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Fragen zu Entwürfen der Bildungspläne 2022

Mädchen beim Zeichnen im Schulheftklimkin@Pixabay

Die Hamburger Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) hat im März 2022 die Entwürfe der neuen Bildungspläne vorgestellt. Auf hamburg.de bietet die BSB diese zum Download an. In diesem Beitrag erläutern wir, wie die GEST plant, hierzu im Namen aller Stadtteilschulen Stellung zu beziehen. Dazu hat unter anderem eine Arbeitsgruppe einen Fragebogen an alle Elternräte an Stadtteilschulen versendet, um Feedback einzuholen.

Breites Feedback gefordert

Frist 30.06.2022: Bis Ende Juni 2022 sind alle Gremien und Interessenverbände gebeten, Stellungnahmen zu den Entwürfen zu formulieren.

Aufruf Elternkammer: Am 1. April 2022 rief auch die Elternkammer alle Elternvertretungen und Interessierte dazu auf, sich mit der Neufassung vertraut zu machen und Rückmeldungen zu geben. Wir, als GEST, empfehlen allen Interessierten insbesondere einen Blick auf das Anschreiben und die darin verlinkten Präsentationen von Dr. Kristina Poncin zu werfen. Sie bieten einen guten Einstieg in die Thematik und bereits erste kritische Stimmen zu den Entwürfen.

Jüngst hat etwa die Vereinigung der Leitungen Hamburger Gymnasien und Studienseminare (VLHGS) dazu eine lesenswerte Stellungnahme verfasst, die wohlmeinend das Potenzial der Neufassung hervorhebt und gleichzeitig eine dringende Überarbeitung einfordert.

Startschuss: Feedback der GEST

Auch uns – als Interessenvertretung der Elternräte an den Stadtteilschulen Hamburgs – ist es wichtig, einen kritischen Blick auf die Entwürfe zu werfen. Gerade, weil Stadtteilschulen mit ihrer heterogenen Schülerschaft und den drei angebotenen Abschlüssen ESA, MSA und Abitur noch einen anderen Blick auf die Bildungspläne haben als etwa Grundschulen und Gymnasien.

Arbeitsgruppe “Bildungspläne”: Daher hat die GEST eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die als ersten Schritt insbesondere das breite Feedback der Elternräte und der Schulleitungsteams einholen möchte, um so die Sicht der Stadtteilschulen stark zu repräsentieren.

Fragebogen in Umlauf: Elternräte erhalten daher derzeit einen Fragebogen, der insbesondere als Orientierung bei der eigenen Meinungsbildung dienen soll. Die GEST wird die Rückläufer entsprechend auswerten und das mehrheitliche Feedback dann dem Schulsenator und der Schulbehörde übergeben.

Die Fragen

Im Folgenden sind die Fragen skizziert, mit denen wir die Elternräte um eine grobe Einschätzung zwischen gut und schlecht bieten. Auch Raum für Feedback wird geben. Den Fragebogen können Sie zur eigenen Verwendung herunterladen:

Antworten: Ausgefüllte Fragebögen senden Sie gerne an bzw. an die im Fragebogen genannte Adresse unseres Vorstandssprechers.

Fragen aus dem Fragebogen

  • Umsetzbarkeit: Können Schulen die Bildungspläne zeitnah umsetzen? Wie sind die Chancen, Voraussetzungen und Herausforderungen dafür? Wie wird dies gesehen im Kontext von etwa:
    • Personal
    • Klassen- und Fachräumen
    • Lehrmittel
    • Lernmittel
  • Benotung 50 %: Die neuen Bildungspläne sehen vor, dass 50 % der Leistung in einem Fach auf Note 4- (Vier minus) gesetzt wird (vorher Benotung 4 (Vier)). Wie wird das für die Stadtteilschulen gesehen?
  • Schriftlich/Mündlich: Die Gewichtung von schriftlicher zu mündlicher Leistung wird für vierstündigen Hauptfächer auf 50/50 festgeschrieben. Werden die Schüler*innen an den Stadtteilschulen dadurch besser unterstützt?
  • Sprache und Benotung: Sprache (Rechtschreibung und Grammatik sowie Schriftbild) soll fächerübergreifend stärker im Unterricht und in den Prüfungen in die Benotung einfließen. Ist das zur sprachlichen Förderung von Schulkindern das geeignete Mittel, um eine Verbesserung herbeizuführen?
  • Fördern: Wie ist an Ihrer Schule die Umsetzbarkeit der Beschulung von Schulkindern mit Förderbedarf im Rahmen der Neugestaltung der Bildungspläne möglich?
  • Flexibilität: Bieten die Bildungspläne ausreichend Flexibilität für die speziellen Anforderungen an Stadtteilschulen, in Bezug auf Beschulung von Kindern mit unterschiedlichen Leistungsspektren und Voraussetzungen?
  • Profile: Ist ein Schulprofil bzw. sind die Stufenprofile noch abbildbar unter der erhöhten Verdichtung/Vorgaben von Themen wie beispielhaft in Deutsch und den Naturwissenschaften?
  • Klausurersatzleistungen: Frage an die Schulleitung: Die Klausurersatzleistungen sollen entfallen. Wie ist das für Lehrkräfte und Schüler*innen nach den bisherigen Erfahrungen zu sehen?
  • Guter Unterricht: Unterstützen die neuen Bildungspläne den Anspruch „Guter Unterricht“?
  • Digitalisierung: Erscheinen die Änderungen im Bereich der Digitalisierung, wie etwa digitale Klausuren bzw. Vermittlung digitaler Kompetenzen an Ihrer Schule umsetzbar?
  • Lehr- und Lernbedingungen: Werden die Lehr- und Lernbedingungen an Ihrer Schule durch die neuen Bildungspläne perspektivisch verbessert?
  • Curricula: Passen die schulinternen Curricula zu den neuen Bildungsplänen? Falls nein, sind eventuelle Anpassungen der Curricula im gegeben Zeitrahmen umsetzbar? (Frage für die Schulleitung)
  • Charakterbildend: Unterstützen die Bildungspläne, Schüler*innen darin, ein selbstbewusstes und demokratisches Bewusstsein zu erlangen?

Und natürlich sind auch jegliche weitere Eindrücke interessant und können in einem Freitextfeld angemerkt werden.

Wir freuen uns auf das Feedback

Wir freuen uns auf zahlreiches Feedback, um so eine repräsentative Meinung für alle Stadtteilschulen formulieren zu können.